Die Kuhmilch-Intoleranz ist immer eine Intoleranz gegen die Eiweissbestandteile der Milch (Kasein, Laktalbumin, Laktoglobulin). Seltener ist die Unverträglichkeit auf den Zuckeranteil (Laktose). Dagegen wird der Fettanteil der Milch immer vertragen, weshalb der Milchallergiker reine Sahne und Butter ohne weiteres essen kann.
Häufigste Symptome
Haut: Neurodermitis
Darm: Verdauungsbeschwerden, Durchfallneigung, Darmentzündungen, Blähungen
Achtung: Eine mit dem FoodDetective™ diagnostizierte Kuhmilchintoleranz ist nicht gleich zu setzen mit einer Lactose- oder Milchzuckerunverträglichkeit.
Deshalb auch: Lactosefrei ist nicht gleichbedeutend wie Kuhmilchfrei!
Kuhmilch in jeder Form, Milchpulver (Häufig Zusatzstoffe in vielen Fertig- und Halbfertignahrungsmitteln.) Alle auf Milchbasis hergestellten Babynahrungen (auch sog. adaptierte oder teiladaptierte Nahrung wie z.B. NAN, Beba, pre-Aptamil, Humana usw.) auch sog. Heilnahrungen!
Molkereiprodukte: Quark/Topfen, Joghurt, Kefir, Sauermilch, Fru-Fru, Fruchtjoghurt, Fruchtzwerge, Molke, Quark usw. alle Käsesorten, auch Hartkäse, Parmesan (Vorsicht bei gratinierten Gerichten!)
Backwaren mit bekanntem Milchanteil: Milchbrot, Zopf, „Kartoffelbrot", Brioche usw., Fertigbackwaren und Knabbergebäck wie Soletti, Goldfischli, Crackers.
Knödel: Semmel- oder Kartoffelknödel
Konditoreiwaren: Torten, Kuchen, Kekse usw.
Glacé und Schokolade in jeder Form
Butter, sofern er nur aus dem Fettanteil der Milch besteht. Meistens sind aber Spuren von Milcheiweiss enthalten. Bauernbutter ist in der Regel frei von Milcheiweiss.
Sahne: Reine Sahne ist verträglich.
Margarinen enthalten meistens Anteile an Milcheiweiss. Ausnahmen sind manche Reformhausmargarinen.
„Kuhmilchfreie" Käsesorten: „Ziegen-" und „Schafs-" Käse enthalten bis zu einem Drittel Kuhmilch.
Teigwaren enthalten häufig Milchanteile, die auf der Verpackung praktisch nie deklariert sind. Alle italienischen Teigwaren sind unverträglich.
Brot und Backwaren sollten allgemein misstraut werden. Die Ursache liegt vorwiegend in den vom Bäcker verwendeten „Backtriebmitteln", die häufig auf Milchbasis hergestellt werden. Der Milchanteil ist auf dem Produkt nicht deklariert und daher dem Bäcker auch nicht bekannt, im Produkt selbst auch nicht relevant. Evtl. Brot selbst backen.
Wurst- und Fleischwaren können selten Milchbeimengungen enthalten.
Getreideflockenpräparate vor allem in der Kinderernährung enthalten Spuren von Milcheiweiss. Lieber vermeiden und Haferflocken, Reis, Griess usw. im Originalzustand verwenden.
Suppen und Saucenkonzentrate von Knorr und Maggi sind fast immer unverträglich. Die im Reformhaus erhältlichen Rigolta- oder Cenovis-Würfel sind meist erlaubt.
Ketchup und Senf können unverträglich sein.
Sauerkraut wird oft mit Molke eingestampft.
Milch wird als Binde- und Dickmittel sehr vieler Speisen gebraucht (Saucen, Gemüse, Suppen, Fleischspeisen, vor allem Ragout, Bratwurst, usw.)
Getränke: Kaffee (ohne Milch /Sahne), mit Zucker. Tee, Wasserkakao, Fruchtsäfte, Apfelsaft, Traubensaft, Mineralwasser.
Brot: Nur solche Sorten, die ohne Milch zubereitet werden (also keine süssen Weissbrote, usw.).
Suppen, Gemüse, Früchte, Salate, Fleisch, Fische, Nüsse, Pilze (sofern bei der Zubereitung Milch streng vermieden wird).
Gelee & Marmelade, Bienenhonig falls garantiert rein.
Fette: Reine Pflanzenbutter, pflanzliche Öle (Oliven), Rinderfett, Gänseschmalz, (Schweineschmalz und Speck nur mit Vorsicht)
Eier: Sie sind in jeder ohne Milch zubereiteten Form und an jeder Speise erlaubt, falls nicht, wie häufig auch eine Intoleranz gegen Ei besteht.
Für Kinder: Reine Fruchtbonbons (saure Drops), Bimbono Guetzli
Ersatzmöglichkeiten für Kuhmilch: Ziegen-, Schafs- und Stutenmilch. Sojamilch enthält hochwertiges pflanzliches Eiweiss und wird vor allem für milchfreie Säuglingsnahrungen (Milupa-Som, Bebenago, Lactopriv) verwendet. In Reformhäusern sind Sojamilchprodukte in verschiedener Form erhältlich. Reis-, Kokosnuss-, Kartoffel- und Hafermilch.
Bei modernen Nahrungsmitteltests wird nicht nur das ganze Lebensmittel untersucht, sondern auch einzelne Eiweissbestandteile der Milch. Dadurch lässt sich genauer verstehen, welche Milchbestandteile Beschwerden auslösen können.
Zu den wichtigsten Milchproteinen gehören Bos d 4, Bos d 5 und Bos d 8.
Bos d 4 und Bos d 5 gehören zu den sogenannten Molkenproteinen (Whey-Proteinen) der Kuhmilch. Diese Eiweisse sind empfindlich gegenüber Hitze und verändern ihre Struktur beim Kochen oder starken Erhitzen.
Das bedeutet in der Praxis:
Patienten, die auf Bos d 4 oder Bos d 5 reagieren, vertragen frische Milch oft schlechter, während stark erhitzte Milchprodukte – etwa beim Kochen oder Backen – manchmal besser vertragen werden.
Bos d 8 gehört zur Gruppe der Caseine, den Hauptproteinen der Milch. Diese Eiweisse sind sehr stabil gegenüber Hitze und verändern sich auch beim Kochen oder Backen nur wenig.
In der Praxis bedeutet das:
Wenn eine Reaktion auf Bos d 8 vorliegt, werden häufig sowohl rohe als auch erhitzte Milchprodukte schlechter vertragen.
Manchmal zeigt ein Test auf Kuhmilch insgesamt kein auffälliges Ergebnis, während einzelne Milchproteine dennoch positiv sind.
Der Grund liegt in der Testmethode:
Der Kuhmilchtest verwendet einen Gesamtextrakt aus Milch, der viele verschiedene Proteine enthält. Die Zusammensetzung solcher Extrakte kann jedoch variieren. Dadurch kann es vorkommen, dass ein bestimmtes Protein nur in geringer Menge vorhanden ist oder im Test kaum erfasst wird.
Tests mit isolierten Einzelproteinen sind oft empfindlicher und können Reaktionen sichtbar machen, die im Gesamtmilchtest nicht erkannt werden.
Milch wird in vielen Lebensmitteln stark verarbeitet. Beim Erhitzen, Fermentieren oder bei der Herstellung von Käse, Joghurt oder Kefir verändert sich die Struktur bestimmter Milchproteine.
Das Immunsystem erkennt dann möglicherweise die ursprünglichen Proteine der frischen Milch, reagiert aber nicht mehr auf die veränderten Proteine in verarbeiteten Produkten.
Deshalb kann es vorkommen, dass Betroffene beispielsweise Joghurt oder Käse besser vertragen als frische Milch.